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Beinahe besser als zu Hause

(Karte Wegstrecke [nicht genau])

Freitag, 02. Januar

Über diesen Tag möchte ich nicht viele Zeilen verlieren. Ich habe mich entschlossen, noch einen Tag länger in Adelaide zu bleiben. Folgendes stand auf dem Programm:

  • Pneuwechsel beim Auto (Vordere Pneus waren durch), kostete nur Fr 200.-.
  • Mails senden und abholen in der Bibliothek
  • Shopping und People Watching in der Rundle Mall
  • Gottesdienst und Anbetung
  • Letztes Mal Baden im Ozean für längere Zeit
  • Schlafen im Auto auf dem Beachparkplatz
  • Grundlegende Gedanken über meine Weiterreise


Samstag, 03. Januar

Mit Mühe und Not habe ich nach einer Weile die richtige Strasse, die mich aus Adelaide führen soll, gefunden. In einem Shopping-Center wurde vor allem der Wasservorrat (über 30 Liter Flüssigkeit) wieder hergestellt.

Die Fahrt führte zuerst durch das Weinland Balrossa Valley (?). Auf ebenen Feldern wachsen hier die Trauben. Die Pioniere dieser Gegend waren Deutsche. So trifft man viele Namen an, die Deutsch sind. Davon zeugt auch der Friedhof. By the Way: Hier gibt’s Rotwein, den ich sogar gern habe!

Weiter ging’s Richtung Norden über grosse, goldfarbene Felder zum Mt Remarkable. Im kleinen Dörfchen neben dem Berg fand ich auch meine Übernachtungsmöglichkeit. Einmal mehr ein Campingplatz, kostete nur Fr. 10.-.

Noch nichts ahnend was auf mich zukommen soll, bin ich über den Platz gelaufen um mir die Waschanlage anzuschauen. Ziel war, bald danach den 2stündigen Aufstieg auf den genannten Berg zu machen. Es kam natürlich anders und zwar total anders. Als ich die Waschanlage begutachtet habe, wurde ich von Camping-Nachbarn zu einem kühlen Cola eingeladen und blieb prompt auch zwei Stunden sitzen. Zudem haben wir die drei Kängurus gefüttert, welche täglich auf dem Camping-Platz vorbeischauen. Es handelt sich um die Mutter mit Tochter und Sohn.

In dieser Zeit habe ich einiges aus dem Leben eines Australiers gehört. In einem späteren Email, wird sicher das Eine oder Andere zu Wort kommen.

Irgendwann sind dann die netten Leute Essen gegangen. Um meinem Nachtessen (Schinken-Käse-Brot, kenne wir bei uns nicht in dieser Form) zu bereichern, bekam ich auch drei Wüstchen geschenkt und gaben mir auch gleich Geld für den BBQ-Grill. Zudem hätte ich mich von ihrem Kühlschrank mit Cola bedienen dürfen.

Danach machte ich mich hinter die weiteren Reisevorbereitungen. Die Reiseroute soll nun anders verlaufen, als ursprünglich geplant. Es soll nun vorerst nicht nach Perth gehen, sondern direkt ins Outback, Richtung Ayers Rock, Alice Springs. Die Idee ist, dass ich bis Mitte Februar diesen Teil und Queensland gesehen habe und von Sydney aus direkt nach Perth fliege, um dort ein Auto zu mieten und die Umgebung von Perth zu sehen. So verpasse ich zwar das von der Schweizer Schönstatt-Jugend lanciert Projekt Schönstatt-Pray (für Weltjugendtag 05), welches am 18. Januar in Perth stattfinden soll (www.schoenstatt.ch/wyd). Dafür erspare ich mir einige Tausend Kilometer und somit auch einige Tage, die nicht hinter dem Steuerrad verbringen muss.

Entweder sehe ich so verloren aus oder es gibt wirklich nette Leute, denn kaum waren die Camping-Nachbarn zurück, wurde ich beschenkt mit diversen Esswaren und sogar mit einem Campingstuhl. Ich wusste gar nicht, wie ich ihnen danken soll.

Auch wurde ich zum Boccia-Spiel und zu einem anschliessenden Aperitif eingeladen, bei welchem ich den Käse, Fleisch, Salzgebäck und Tip-Saucen mitnehmen durfte.

So durfte ich einen wunderschönen Abend verbringen. Nur, die Wäsche konnte ich dann erst um 23:30 machen. Daher kam ich sehr spät ins Bett. Doch wegen der Hitze und den Mücken konnte ich sowieso erst nach 1 Uhr einschlafen. Die Freunde haben mir nämlich angeraten, mit offenem Kofferraum zu schlafen, da es sonst zu warm wäre…

Bezüglich Wärme. Das Thermometer kletterte bereits über 40°C. Die netten Leute konnten nicht begreifen, dass ich ohne angeschaltete Klimaanlage durch die Gegend ziehe. Auch dass ich in der Sonne sitzen blieb, konnten sie nicht schlucken. Begreifen tun sie erst recht nicht, dass ich nun noch in die grössere Hitze fahren werde. Sie garantierten mir, dass ich bis Coober Pedy das Kühlsystem einschalten werde. In Tat und Wahrheit ist es wirklich warm/heiss. Dennoch ist es für mich noch erträglich und ich geniesse es in vollen Zügen. (Mein Empfinden für "zu warm, zu heiss" ist bei mir sehr hoch.) Die Luftfeuchtigkeit beträgt in der Regel unter 20%.

Am andern Morgen hiess es dann Abschied nehmen. Da ich über keine Kühlbox verfüge, wurde mir gleich noch für den Käse und das Fleisch eine Kühltasche geschenkt. Grandios, nicht wahr? Zudem wurde mir versprochen, dass sie meinen Eltern ein Email schreiben, damit sie wissen, wo ich stecke. Natürlich haben wir auch die Adressen getauscht.

Ja, man könnte noch viel darüber schreiben. Doch die Worte können nicht das Wiedergeben, was ich empfunden habe. Es ist eine kleine Freundschaft entstanden. Diese Begegnung hat mich auch zum Gedanken angeregt: Würde ich das tun? Habe ich auch schon Menschen angetroffen, die sehr dankbar um meine Hilfe gewesen wären, und ich habe ihnen aber nicht geholfen? Wie kann ich das besser machen?

Nun möchte ich mich entschuldigen, dass der Text so lange wurde. Er könnte problemlos noch viel länger sein.

Dieses kleine Dorf besteht praktisch nur aus ein paar Häusern und dieser extrem breiten Strasse.