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You’ll never never know if you never never go!

(Karte Wegstrecke)

"You’ll never never know if you never never go!" Dieser Satz steht im Reiseführer. Was das wohl bedeuten soll? Mit dem wird wohl das beschrieben, was man während den nächsten Kilometern erfahren wird.


04./05.01.04

Reich beschenkt nahm ich von den netten Leuten abschied (siehe letztes Email). Die Reise führte mich zuerst in die (Alligator Gorge) Schlucht, danach nach Port Augusta. Halt im Supermarkt und an der Tankstelle. Denn was nach Port Augusta kommt, nennt man Outback. Das bedeutet für Reisende:
a) es wird teurer, b) bis zu 200 km keine Tankstelle, c) warme Temperaturen und d) Fahrt vor allem durch eine karge, wüstenähnliche, unbwohnte Landschaft. Dazu kommt noch: Kein Radio-Empfang.

Alligator Gorge

Trotzdem: Wie könnte es anders sein, ich habe es überaus genossen mit über 45 °C im Schatten im Auto durch die Gegend zu ziehen, die übrigens meiner Ansicht nach sehr abwechslungsreich ist: mal wirklich karg, mal sogar mit Bäumen, dann wieder braun, rot oder grün. Ja, man merkt es vielleicht kaum, wie die Natur in dieser heissen Region vielseitig sein kann.

Gegen Abend (Port Augusta – Coober Pedy = 500 km) kam ich in diesem Town an. Doch was lässt einem Halt machen, in einer Stadt, in der seit 1987 die Polizeistation zwei mal, der Zeitungsverlag und das Gericht einmal bombardiert wurden, ein Restaurant demoliert wurde und zudem zwei Polizeiautos in die Luft gesprengt wurden? Ja, you’ll never never know if you never never go! Natürlich, die Stadt ist eine der Grösseren auf der Strecke. Knapp 4’000 Einwohner aus 45 Nationen zählt sie. Ein idealer Ort um einen Rast einzulegen. Es gibt nämlich noch etwas anderes, was das Städtchen zu bieten hat. Es ist eigentlich auch die Hauptstadt von … ja, von Opal. Hier wird gibt’s ein reiches Vorkommen an Opal (Steinen). Über 250'000 Minen gibt’s bereits. Die weissen Hügeln überall zeugen davon. Die Temperaturen können hier auf bis 50°C steigen. Daher wohnen viele Einwohner in sogenannten "Dog Outs", eine Art Bunker, also unter der Erde. So habe ich auch 6.5 Meter unterhalb der Erdoberfläche in einem Bunkhouse übernachtet. Diese Erfahrung kann man auch im Militär machen, nur das es hier schöner ist. Konstant ist es dann hier auch um 22/23°C. Die Leute haben sich da wirklich gut eingerichtet. So leben sie mit allem Luxus (aus Fenster) unterirdisch und geniessen die Ruhe, die man hat.

An diesem Ort wurde übrigens der Film "Mad Max" mit Tina Turner gedreht…

Da es so viel zu sehen gibt, habe ich auch gleich zwei Nächte übernachtet. Vor allem musste ich aber auch etwas Schlaf nachholen.

Unterkunft in Coober Peddy

Unterirdisches Wohnzimmer

Unterirdische Kirche


06./07.01.04

Bevor die 700 km lange Fahrt ins Red Center unter die Räder genommen wurde, ging’s zuerst noch in die "Breakaways", eine ziemlich farbige Wüstenlandschaft.

Farbige Wüste

Und danach, eben hunderte von Kilometer und stundenlang hinter dem Steuerrad sitzend erreichte ich das Wahrzeichen Australiens.

Vielleicht fragt ihr euch, wie man die lange Fahrt verbringt. Distanzmässig wäre es vielleicht Zürich – Paris. Radioempfang gibt es ja kaum. Darum habe ich zwei Kassetten, welche ich abwechslungsweise hören kann. Zudem habe ich während der Fahrt das Toronto-Büchlein von "Accolimir" (?) bis "Wind Nord/Ost Startbahn…" mehr oder weniger durch gesungen. Zwischendurch auch mal den Reiseführer gelesen, sowie viele, viele Gedanken gemacht, über die Vergangenheit und über die Zukunft, natürlich auch über die Gegenwart. Damit das rechte Bein nicht einschläft (kein Tempomat), habe ich mir auch angewöhnt, mal mit dem linken Bein Gas zu geben, oder mit den Beinen zu steuern etc. Man wird halt erfinderisch, kann es ja auch, wenn sehr wenig Verkehr herrscht. So bin ich mal über 80 Km gefahren ohne ein Auto zu kreuzen. Man muss sich mal vorstellen St. Gallen – Zürich kein Auto, das entgegen kommt. Wenn es nicht die einzige Strasse weit und breit wäre, würde man vielleicht denken, man hätte die falsche Strasse erwischt. Schliesslich ist es ja die Hauptachse Nord/Süd.

Salzsee

Verwesende Kuh - es roch auch dementsprechend

Es scheint Wasser im Outback zu geben.

Irgendwann gab es dann mal eine Abzweigung, die nicht verpasst werden durfte und so kam ich gegen Abend in Yulara bzw. Ayers Rock Resort an.

Der Ayers Rock, korrekt Uluru, ist wohl das berühmteste Erkennungszeichen Australiens. Nicht nur berühmt ist es, sondern für die Ureinwohnern, die Aborigines, ein Heiligtum. Technische Daten des Steins: 348 Meter hoch, Umfang = 8.8 km, Länge 3.4 km, Breite 2.4 km. Bekannt ist vor allem auch seine Farbe, die besonders bei Sonnenaufgang/-untergang in ein starkes Rot verwandelt. Der Grund ist das Eisen, welches der Stein enthält. Für Experten handelt es sich hierbei um einen Monolithen.

Für die Ureinwohner ist es eben eine heilige Stätte. Das ist der Grund, warum man ihn eigentlich nicht fotografieren oder besteigen soll. Vielmehr soll man versuchen, den im innern lebenden "Kuniya" zu sehen, so ihre Nachricht. Sie erlauben zwar das Besteigen und das Fotografieren, wünschen aber der zweiten Variante die Fotos nicht zu veröffentlichen. Daher werde ich auch keines ins Internet stellen. Aus Respekt habe ich ihn auch nicht bestiegen, denn die Ureinwohner erklimmen ihn nur zu besonderen Ereignissen. Allerdings müssen ihn einige Ureinwohner-Rangers öfters besteigen, um Leute zu retten, denn schon einige sind hier teilweise tödlich gestürzt. Die Aboriginies fühlen sich auch verantwortlich, wenn jemandem etwas passiert und sind dann auch sehr bestürzt.

Dennoch freuen sie sich auf den Besuch der vielen Touristen, besonders an denen, die wirklich an ihnen und ihrer Kultur Interesse haben. Wie gesagt, befindet sich der Ayers Rock in einem National Park. Dieser wird von 6 Aboriginies und 4 Weissen verwaltet. Gepflegt wird er von beiden Bevölkerung. So lernen die weissen Rangers sehr vieles von ihrem Leben und der Landpflege und auch die Ureinwohner, werden einiges von der "übrigen" Welt kennen lernen.

Weniger bekannt als der Uluru sind die Kata Tjuta oder Olgas genannt. Die 36 Inselberge sind rund 32 km vom Monolithen entfernt und beinhalten ebenfalls heilige Stätten.

Im National Park gibt’s für Touristen keine Übernachtungsmöglichkeit. Dazu wurde 1984 ausserhalb ein Feriendorf gebaut, in dem es sich ziemlich teuer leben lässt. Auch die geführten Ausflüge, welche von hier unternommen werden können, sind preislich ziemlich hoch.

Morgens um 06:02 Sonnenaufgang beim Ayers Rock (Uluru ist im Rücken)

Übrigens: Es trennen uns nur noch 8.5 Stunden. Seit ich die Grenze South Australia - Northern Territory überschritten habe. Bin ich der Schweiz wieder eine Stunde näher gerutscht...