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Sitze fest!

(Karte Wegstrecke)

Von heute, dem 16. Jänner, gibt’s wohl nicht viel zu berichten. Es war ein ungewollter Arbeitstag.

Gestern hatte ich die "Alice" verlassen und bin weiter nach Norden vorgerückt. In Tennant Creek soll das nächste Mal übernachtet werden. Das habe ich auch geschafft, doch komme ich nun von hier nicht mehr weiter, denn die Strasse nach Mt Isa ist überflutet. Wasserstand 4.5 Meter über der Brücke, habe ich heute vernommen. Doch nun soll’s auf dem Weg der Besserung sein, nur noch 1.5 Meter. Heute Nacht wird der Bus versuchen, die Stelle zu passieren.

Na ja, auf der Polizeistation wurde mir gesagt, dass man wahrscheinlich nicht vor Sonntag da durchkommt, da evtl. noch Reparaturen gemacht werden müssen. Ich hoffe nun das beste.

In Tennant Creek gibt’s eigentlich nicht viel zu sehen. Man kann da für 60 AU$ (= knapp 60 Fr.) eine Mine anschauen gehen. Ich glaube, es handelt sich um eine Goldmine, bin aber selber nicht gegangen.

Dafür hatte ich den ganzen Tag Zeit, Arbeiten zu erledigen, die früher oder später sowieso angefallen wären. So konnte ich ein Logo fertig kreieren, Vorschläge für ein Plakat ausarbeiten, Emails schreiben und beantworten. Und am Abend gab’s eine Picture-Show von der Large-Vorreise Toronto 2002. Auf den langen Fahrten musste ich immer wieder an die schönen Tage in Kanada denken, so dass ich mir nun die Zeit genommen habe, die vielen Bilder wieder mal anzugucken. Und nun finde ich sogar noch die Zeit den Bericht zu schreiben. Das Schöne ist, dass ich ein Acht-Bettraum seit nachts um 2 Uhr ganz für mich alleine habe und auch heute Abend scheint es so zu sein.


School of the Air

Wie angekündigt, habe ich vor Verlassen von Alice Springs die School of the Air angeguckt und da einen Eindruck erhalten. Wie bereits im letzten Email geschrieben, funktioniert die Schule heute über Email und Internet. Dadurch ist auch möglich über eine Live-Web-Cam einander in die Augen zu schauen. Über die Schule, die ich besucht habe, werden in der Regel 120 bis 140 Schüler im Alter von 4.5 bis 12 Jahren (Primary School) unterrichtet. Total gibt’s in Australien 3'000 Schüler, die so ausgebildet werden. Für die Sekundarschule müssen die Teenager dann eine "echte" Schule besuchen. Die Primarschüler haben in der Woche an drei Tagen auf diese Weise Schule. Dazu gehört eine Privatlektion. Die Schüler müssen von einer Person (meistens Mutter) begleitet werden. Einmal im Schuljahr kommen alle zusammen und verbringen einige Tage miteinander. Das Lehrerteam zählt ungefähr 12 Personen, dazu kommen rund 10 Personen, die für die "Logistik" (Versand) etc. zuständig sind. So kommt die Ausbildung rund auf das Doppelte eines normalen Unterrichts. Die Einzugszone ist rund 600 km um Alice. Ach ja, die Schüler werden jährlich von ihren Lehrer besucht.

Altes "Lehrerzimmer" noch mit Funk. In den 50er Jahren hatte noch lange nicht jede Outbackaussenstation Strom und Funk. Doch es gab bereits das Pedal-Funkgerät, womit über Pedalen Strom erzeugt werden konnte und somit gefunkt werden konnte. Dies wurde vorallem für den Royal Flying Doctor Service verwendet.

Die Kinder leben teilweise auf riesen Grundstücken (bis 13'000 Quadratkilometer = knapp ein Drittel der Schweiz). In dieser Abgeschiedenheit haben sie natürlich kaum Kontakt zu Gleichaltrigen. So war auch für sie das Fernsehen eigentlich erst 1983 erfunden worden, da man früher überhaupt keinen Empfang hatte (keine Satelliten). Es wäre interessant zu wissen, wie sich die Kinder in dieser Region entwickeln. Ich nehme an, es gibt sicher einen grossen Unterschied zu Stadtkindern. Man muss sich z.B. auch vorstellen, dass es keine tägliche Post geben wird, dass es oft keine Spielkameraden in der Nähe gibt und man sonst auch von der Welt relativ wenig mitbekommt. Tja, mich würde es auf jeden Fall reizen, mal eine Woche lang auf einer solchen Farm zu leben und zu arbeiten um da Eindrücke zu sammeln. Es soll teilweise auch möglich sein, doch ist es schwierig, eine Adresse zu bekommen, geschweige denn mit meinem Auto dorthin zu gelangen.

Das Lehrerzimmer ist heute natürlich modern mit PC etc eingerichtet. Auch Hellraumprojekter mit Kamera, sowie eine Web-Cam (nicht auf dem Bild) fehlt nicht.
Wie funktioniert wohl der Turn- oder Musikunterricht? Singen kann man über Mics, aber Ballspiele werden etwas schwieriger. :-)


Mt Isa…

… ist eben der Ort, wohin ich gehen möchte. Er liegt knapp 700 km entfernt. Mt Isa müsste eigentlich weltbekannt sein, denn die Stadt rühmt sich, die grösste Flächenstadt zu sein. Mit ca. 40'000 Quadratkilometer ist das kein Wunder. Zum Vergleich: Die Schweiz hat 41'285 Quadratkilometer. Dort sollen vor allem Erze und Silber abgebaut werden und über oder mehrere tausend Kilometer unterirdische Gänge haben (wenn ich’s recht im Kopf habe). Sonst gibt’s nicht viel zu sehen. Ach ja, man kann da bis zu einem Kilometer unter der Erdoberfläche abtauchen.

So, nun hoffe ich, morgen positiven Beschied zu bekommen. Wenn nicht, dann werde ich wohl die Reiseplanung für Neuseeland vornehmen und vielleicht auch die wenige Lektüre, welche ich mitgenommen habe, lesen.

Termiten: Ein raffiniertes Ameisen-Volk, das weiss, wie man baut. Entlüftungs- und Entwässerungskanäle fehlen nicht. Die Wärme für das Ausbrüten wird durch den Gärungsprozess von Pflanzen erzeugt.

Andere Ameisen lieben es unter der Erde. Hier ist der Eingang!

Immer geradeaus, dann eine oder zwei Kurven, wieder zwei Dutzend Kilometer gerade aus, nächste Kurve, wieder ca. 15 Kilometer gerade aus usw. usf.. Oftmals sieht man in der Hitze das Ende nicht (wie hier auf dem Bild).

Lang, lang ist's her.

Briefkästen am Strassenrand

Devils Marbles, nein, nicht durch Gletscher geformt, sonder auf eine andere Art und Weise.

Die rote Strecke gehört bereits der Vergangenheit an. Die Blaue steht noch bevor. So sieht es auf jeden Fall momentan aus. Ungefähr beim braunen X ist die Überschwemmung. Bis dahin gibt's kaum mehr Übernachtungsmöglichkeiten! Auch eine andere Strasse gibt's nicht, sprich, es gibt sie schon, aber die ist nicht geteert und in der Regenzeit, die wir jetzt haben, eignet sich diese mit meinem Fahrzeug nicht. Denn da müssen Flüsse durchquert werden, wobei der Wasserstand manchmal die Motorhaube eines Jeeps erreichen soll!!!

Und das ist der Vergleich zu Europa. Wahnsinnig, nicht wahr? So viele Kilometer würde man in Europa kaum mit dem Auto machen. Doch hier macht man es. Eigentlich müsste man mal eine solche Tour in Europa machen. Wahrscheinlich würde man vielmehr Sehenswürdigkeiten antreffen als in Australien. Alleine wenn man an die Städte denkt. In Australien hat man vielleicht 10 wirklich grosse, sehr sehenswürdige Städte. In Europa: Paris, Rom, Wien, Berlin usw. und dann noch die vielen Kleineren...